Quelle: Info Blätter Bad Schmiedeberg

 

Phytotherapie

("Kneipp"

Heilpflanzentherapie)

als Ergänzung der klassischen Endometriose-Therapie

 

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1. Symptomatische Therapie

 

 1.1 Schmerzlinderung mit:

 

- Spasmolytika:  Schafgarbe, Kamille,                                                  Gänsefingerkraut

 

- Analgetika:  Mutterkraut, Nachtkerze

 

 

- Antirheumatika/ Wärme:  Brennnessel,                                                           Beifuß,Ingwer, Zimt

 

1.2 Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens:

 

 

- Stimmungsaufhellen: Johanniskraut, Melisse,                                              Lavendel, Hopfen

 

- Blutstillend: Hirtentäschel

 

- Muskulatur lockernd: Himbeere

 

 

2. Hormontherapie (Phytohormone)

 

  • Progesteron bildend: Mönchspfeffer, Frauenmantel

     

- Add-Back-Therapie: Traubensilberkerze,                                                    Ringelblume, Salbei

 

 

 

 

Wirkungen der einzelnen Heilpflanzen

 

Beifuß

  • wärmend im Beckenbereich
  • krampfartige Menstruationsbeschwerden
  • leichte Depressionen
  • Unruhe zustände
  • appetitanregend, verdauungsfördernd

 

Brennnessel

  • entzündungshemmend, schmerzstillend
  • entwässernd,
  • entschlackend
  • Osteporose
  • Wechseljahresbeschwerden

 

Gänsefingerkraut

  • krampflösend im Bereich der glatten Muskulatur(Dysmenorrhoe)
  • Magen-und Darmkatarrhen
  • Beruhigend
  • Schmerzstillend

 

Frauenmantel

  • Wirkt progesteronartig
  • Menstruationsbeschwerden
  • Probleme mit der Scheidenschleimhaut
  • Hautprobleme
  • Kopfschmerzen

 

Himbeerblätter

  • Gewebe stärkend
  • adstringierend
  • unterstützen Darmperistaltik
  • Muskulatur auflockernd im Bereich kleines Becken

 

Hirtentäschel

  • blutstillend
  • regulierend auf Monatsblutungen( insbesondere zu starke Blutung) und Blutdruck
  • Gebärmutterkontraktion

 

Hopfen

  • Schlafstörungen
  • Entspannend
  • Steigert bei Frauen die Libido
  • Enthält Östrogene

 

Kamille

  • beruhigend, entzündungshemmend
  • Menstruationsregulierend
  • Krampflösend
  • Entzündungen der Haut und Schleimhäute

 

Johanniskraut

  • Stimmungsaufhellend
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Trockene Haut
  • Krampflösend
  • Menstruationsbeschwerden
  • Gebärmutterkrämpfe

 

Lavendel

  • Beruhigend
  • Krampflösend
  • Nervosität, Nervenschwäche
  • Kreislaufbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Hautprobleme
  • Wasseransammlungen

 

Melisse

  • Entspannend
  • Krampflösend
  • Schmerzstillend
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Unruhe zustände
  • Schlafstörungen

 

Mönchspfeffer

  • Wirkt progesteronartig
  • geschwollene Brüste
  • Periodenschmerzen
  • Unregelmäßige Periode
  • Libido senkend

 

Mutterkraut

  • Schmerzstillend insbesondere bei Migräne
  • Krampflösend
  • Menstruationsauslösend und regulierend
  • Geburtshilfe: löst Plazenta ab

 

Nachtkerze

  • Enthält progesteronhaltige Substanzen
  • Hautprobleme
  • Ungesättigte Fettsäuren bei PMS

 

Ringelblume

  • Entzündungshemmend
  • Krampflösend
  • östrogenähnlich

 

Salbei

  • hormonregulierend (östrogenähnlich)
  • Schweiß hemmend
  • Leicht krampflösend

 

Schafgarbe

  • Krampflösend
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden
  • Hautprobleme
  • Menstruationsbeschwerden
  • wirkt progesteronartig

 

Traubensilberkerze(Cimicifuga)

  • Enthält östrogenartiges Phytohormon
  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen

 

Zimt und Ingwer

  • Wärmend
  • Entkrampfend
  • Schmerzstillend
  • Tonisierend
  • Menstruation abschwächend
  • Menstruationskrämpfe
  • Durchblutungsfördernd

 

 

Heilpflanzen- Zubereitungen:

 

1. Tee

 

Zubereitung:

 

1 - 2 Teelöffel der jeweiligen Teemischung mit 1/4 Liter kochenden Wasser übergießen,

5 -10 Minuten ziehen lassen, abseihen, in eine Thermoskanne füllen.

 

Mengenangaben gelten für getrocknetes Kraut, bei Verwendung frischer Kräuter doppelte

Menge nehmen.

 

Anwendung:

 

Über den Tag verteilt warm, aber nicht zu heiß, Schluckweise trinken.

Reservieren sie sich dafür Zeit, setzen Sie sich hin und machen Sie ein Päuschen!

Die Tees können nach Wunsch mit Honig gesüßt werden.

 

In der Regel, ab dem 5. Tag vor der erwarteten Blutung 3x täglich eine Tasse trinken, bei

Einsetzen der Blutungen evtl. steigern auf 5 Tassen täglich.

 

 

 

2. Tinktur

 

Pflanzen für die Zubereitung als Tinktur:

Die meisten Heilpflanzen eigenen sich für die Zubereitung von Tinkturen. Ebenso können

Teemischungen für die Herstellung von Tinkturen verwendet werden.

 

Zubereitung:

 

Droge zerkleinern und in ein Schraubendeckelglas geben, so dass dieses halb voll ist.

Alkohol ( z.B. Doppelkorn oder Weingeist ) über die Kräuter gießen, bis sie gut bedeckt sind.

Glas verschließen. Die Tinktur zwei bis 6 Wochen an einen warmen Ort ziehen lassen

und gelegentlich schütteln. Nach und nach nimmt die Tinktur immer mehr Farbe an. Nach der

Wartezeit wird die Tinktur ab gefiltert. Dazu eignet sich ein Kaffeefilter. Diesen über ein zweites

Glas stülpen und die Tinktur durch gießen.

 

Anschließend wir die Tinktur in eine dunkle Flasche abgefüllt, verschlossen mit Inhalt

und Datum versehen.

An einem dunklen kühlen Ort gelagert, hält so einen Tinktur mindestens 1 Jahr.

 

Beachte:

Härtere Kräuter (Traubensilberkerze, Mönchspfeffer und Zimtstange) sollten am

besten mit einem Mörser zerkleinert werden. Die Kräuter brauchen nicht zu Pulver zerstampft

werden, sondern nur etwas zerdrückt werden, damit der Alkohol leichter die Wirkstoffe extrahieren

kann.

 

Anwendung:

 

Die Tinktur wirkt stärker als der Tee, es werden nur wenige Tropfen benötigt. 3 mal täglich

3 - 4 Tropfen( mit niedriger Dosis beginnen, evtl. steigern) in wenig Wasser oder

4 mal 4 Sprühstöße in den Mund sprayen, während der zweiten Zyklushälfte, etwa 10-14 Tage

vor der Menstruation.

Wenn der Zyklus unregelmäßig am Ausklingen ist oder nach den Wechseljahren, nehmen Sie

die Tropfen zyklisch ein, z.B. immer vom 10. bis Monatsende, vom 1.-10. jeden Monats pausieren Sie.

Dann 2 - 3 mal täglich 10 bis 50 Tropfen einnehmen.

 

Die Tinktur hat gegenüber einem Kräutertee den Vorteil, dass man sie einfach tropfenweise

einnehmen kann und nicht jedes mal neu als Tee aufkochen muss.

 

Tinkturen können auch als Kompresse oder verdünnt als Teilbad oder zum Waschung verwendet

werden.

 

 

3. Bad/ Teilbad

 

Zubereitung:

 

Konzentrat aus der jeweiligen Droge als Badezusatz kochen. Dazu 3 - 4 Esslöffel getrocknetes

Kraut mit 1/4 Liter kochenden Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

 

Anwendung:

Das Konzentrat dem Badewasser zugeben. Sitzbäder sollten nicht länger als 10 Minuten dauern.

Anwendung während der Blutung insbesondere zur Lösung von Periodenkrämpfen und zur

Entspannung.

 

Pflanzen für die Anwendung als Bad:

Melisse, Schafgarbe, Frauenmantel, Ringelblume, Kamille und Lavendel

 

4. Kompressen/ Wickel

 

Zubereitung:

 

Variante A) Teekompresse

Kraut mit heißen Wasser übergießen, kurz ziehen lassen und das gekochte warme Kraut in ein Tuch

oder Haushalspapier einschlagen und als Kompresse auflegen.

 

Variante B) Wickel

Tuch mit heißen Wasser anfeuchten und Tinktur auftragen.

 

Variante C) Wickel

Konzentrat aus der jeweiligen Droge kochen. Dazu 3 - 4 Esslöffel getrocknetes Kraut mit 1/4 Liter

kochenden Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen, Tuch eintauchen und heiß

(oder kalt) als Wickel auflegen.

 

Anwendung:

 

Statt innerlicher Anwendung oder als Bad bei krampfhaften Periodenschmerzen/Menstruationsschmerzen,

Muskelkrämpfen aller Art.

Wickel oder Kompresse auf schmerzhaften Körperbereich auflegen und solange er warm bleibt,

dort belassen ( ca. 20 - 30 Minuten).

 

Variante Kampfkissen

Viel Gänsefingerkraut ernten und trocknen. Mit einer Schere etwas zerschneiden. In ein Kissen aus

Baumwolle oder Seide füllen, Größe ungefähr 20 mal 15 cm.

 

Anwendung:

Das Kissen bei Bedarf trocken aufwärmen, jedoch nicht zu heiß werden lassen, z.B. in einem

Backpapier zwischen zwei Bettflaschen(Wärmflaschen) oder auf der Heizung. Bei

Menstruationskrämpfen und Koliken aller Art direkt auf die Haut auflegen, mit einem Frottiertuch

abdecken. Solange es warm bleibt, dort belassen, evtl. nochmals aufwärmen.

 

5. Frischpflanzensaft

 

Wie kaum eine andere Zubereitungsform enthält der Frischpflanzenpressaft die vollständige Palette

der pflanzlichen Inhaltsstoffe. Der Saft wird unverdünnt eingenommen oder in Saft eingerührt.

 

Anwendung:

3 mal täglich 1 Teelöffel

 

Pflanzen für die Zubereitung als Frischsaft:

Schafgarbe, Brennnessel, Löwenzahn

 

 

Beachten beim Sammeln von Heilpflanzen

 

  • In der Natur nur dann sammeln, wenn die Art verbreitet vorkommt, mit Maß soviel pflücken, wie sie voraussichtlich benötigen. Wenn sie den Ort verlassen darf er keinesfalls ausgeraubt wirken.
  • Nur bei schönen Wetter sammeln, wenn die Pflanzen trocken sind, am besten zwei bis drei Tage nach einem Regen.
  • Nur kräftige gesunde Pflanzen ohne Pilzkrankheiten oder andere Flecken auswählen.
  • Blätter vor der Blüte ernten, Blüten frisch aufgeblüht, Kraut d.h. oberirdische Teile blühender
  • Pflanzen über dem Boden schneiden, Wurzeln während der Ruhezeit von Herbst bis Frühjahr.
  • Beste Tageszeit: Am Morgen Blätter, über Mittag Blüten, am Nachmittag Samen und Früchte, am Abend oder auch in der Nacht Wurzeln sammeln.
  • Nach Sorten getrennt sammeln, in luftdurchlässigen Korb oder Papier/ Stoffsack.
  • Wenn möglich, die Kräuter nicht waschen, ausgenommen für den Sofortgenuss.
  • Möglichst bald weiterverarbeiten.

 

 

 

Teemischungen für Endometriose

 

Herstellung eines Tees:

2 Teelöffel der jeweiligen Teemischung mit ¼ Liter kochenden Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, warm aber nicht zu heiß, trinken.

 

Teemischung bei schmerzhafter Blutung

 

Pflanzen die entkrampfend wirken

  • Schafgarbe - ( Matricaria recutita )

  • Frauenmantel - ( Alchemilla vulgaris )

  • Gänsefingerkraut - ( Potentilla anserina )

    zu gleichen Teilen mischen!

     

Ab dem 5.Tag vor der erwarteten Blutung 3 x täglich eine Tasse trinken, bei Einsetzen der Blutung evtl. steigern auf 5 Tassen täglich.

 

Teemischung zur Entkrampfung

 

  • Kamillenblüten – (Matricaria recutita )

  • Hopfenzapfen - ( Humulus lupulus )

  • Gänsefingerkraut - ( Potentilla anserina )

zu gleichen teilen mischen!

 

Einige Tage vor dem erwarteten Blutungsbeginn eine Teekur ( bis zu drei Tassen täglich ) durchführen.

 

Teemischung bei zu starker Menstruation

 

Pflanzen verwenden, die adstringierende (zusammenziehende)

Eigenschaften haben, da sie den Blutverlust verringern und das Muskelgewebe stärken.

 

  • 20 g Hirtentäschel(Capsella bursa-pastoris)

  • 20 g Schafgarbe ( Achillea millefolium )

  • 15 g Himbeerblätter ( Rubus ideaus )

  • 10 g Ringelblumenblüten ( Calendula officinalis )

Täglich zwei- bis dreimal eine Tasse trinken.

 

Zur Stärkung der Gebärmutter und zur Wiederherstellung der hormonalen Balance helfen.

 

  • Himbeerblätter ( Rubus ideaus)

  • Beifußkraut ( Artemisia vulgaris )

  • Frauenmantel (Alchemilla vulgaris )

  • Mönchspfefferfrüchte (Vitex agnus castus )

Zwei- bis dreimal täglich trinken.

 

Wechseljahrtee

 

  • 20 g Hopfenzapfen

  • 20 g Salbei blätter

  • 20 g Herzgespann oder Melisse

  • 20 g Schafgarbenblüten- und Blätter

  • 20 g Johanniskraut

 

Am Morgen einen Esslöffel Teemischung mit ½ Liter kochend heißen Wasser angießen, 5 Minuten ziehen lassen, ab-sieben und eine Tasse Tee davon Schluckweise trinken. Den Rest in eine Thermoskanne füllen und über den Tag verteilt trinken.

 

 

Teemischung für Wechseljahrsbeschwerden allgemein

 

Ansatz Tinktur:

 

  • 30 % Traubensilberkerze

  • 30 % Mönchspfeffer

  • 30 % Zimt

  • 10 % Melisse

  • 10 % Schafgarbe

    Doppelkorn oder ähnliches.

     

Alternativmischung

 

Da man die gleiche Kräutermischung nur maximal sechs Wochen am Stück nehmen sollte, gibt es hier noch eine Alternativmischung zum Abwechseln.

 

  • 20 % Frauenmantel

  • 20 % Nachtkerze

  • 20 % Beifuß

  • 20 % Salbei

  • 20 % Angelikawurzel

    Doppelkorn oder ähnliches.

     

Von der Tinktur kann man dreimal täglich 50 Tropfen einnehmen.

 

 

 

Teemischung für die erste Phase der Wechseljahre (Prämenopause)

 

Symptome: Hitzewallungen (leichte ), Schweißneigung, Müdigkeit,

Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden.

 

  • 40 g Mönchspfeffer

  • 15 g Frauenmantel

  • 15 g Schafgarbe

  • 10 g Melisse

  • 5 g Ysop

  • 5 g Lavendel

  • 5 g Rosmarin

 

Zubereitung und Anwendung

 

Tee mit einem Esslöffel der Teemischung pro Tasse aufbrühen,

10 – 15 Minuten ziehen lassen, ab filtern und mindestens drei Tassen täglich mit kleinen schlucken trinken.

 

Teemischung für die zweite Phase der Wechseljahre

(Perimenopause )

 

Symptome: Hitzewallungen, Schweißneigung, Schlaflosigkeit, Depressionsneigung, Empfindlichkeit, Kopfschmerzen, Trockene Haut, Menstruationsbeschwerden.

 

  • 40 g Traubensilberkerze ( Cimicifuga )

  • 15 g Angelika

  • 15 g Johanniskraut

  • 10 g Salbei

  • 10 g Nachtkerze

  • 5 g Hopfen

  • 5 g Weinraute

 

Zubereitung und Anwendung

 

Tee mit einem Esslöffel der Teemischung pro Tasse aufbrühen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, ab filtern und mindestens drei Tassen täglich mit kleinen schlucken trinken.

 

Bezug über Apotheke oder Internet-Versand

( z. B. (www.kraeuter-kuehne.de), (www.ziehtenapotheke.de )

Kräuterpflanzenversand ( www.ruehlemanns.de)

 

 

 

 

 

 

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